Deutsche St. Martini Kirche Kapstadt

Deutsche Evangelisch-Lutherische Gemeinde im Zentrum Kapstadts
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Im Zentrum von Kapstadt - die St. Martini Kirche

Keine zehn Minuten braucht man zu Fuß vom Bahnhof aus, um an das Ende der Long Street zu gelangen. Dort steht die St. Martini Kirche. 

Mit 638 Mitgliedern, die über den gesamten Großraum Kapstadts verstreut sind, ist diese Kirchengemeinde die zahlenmäßig stärkste der gesamten Kapkirche. 

"Man spricht deutsch", dies gilt für die meisten sonntäglichen Gottesdienste (Beginn 10 Uhr), die zahlreichen Gemeindeverstaltungen und den seit Jahrzehnten angeschlossenen Kindergarten. Dieser befindet sich in dem geräumigen Gemeindezentrum gleich neben der Kirche. 

Auch die Geschichte untermauert die herausragende Stellung dieser Gemeinde.



Die Geschichte der St. Martini Kirche und Gemeinde
St. Martini Kirche um 1870
Als Jan van Riebeeck 1652 am Kap landete, befanden sich unter den ersten Siedlern zahlreiche deutsche Lutheraner. Um 1750 sollen sogar zwei Drittel der Bevölkerung im Raum Kapstadts Anhänger Luthers gewesen sein. Diese konnten ihren Glauben jedoch nur beschränkt leben. Nach dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 legten die jeweiligen Machthaber die Glaubensrichtung fest. Dies war in der Kapkolonie der reformierte Glaube.

Durchreisende Schiffsgeistliche hielten in Privathäusern Gottesdienste und feierten Abendmahl nach lutherischem Ritus. Trotz mehrmaliger Bitte wurde den Lutheranern verwehrt, einen eigenen Pfarrer zu berufen und eine Kirche zu bauen.

Martin Melck vermachte schließlich 1774 der noch zu gründenden lutherischen Gemeinde ein Lagerhaus in der Strandstraße. Daraufhin wurde ein erneutes Gesuch eingegeben. Der geforderte Nachweis, dass die Gemeinde im Besitz der nötigen Mittel für die Errichtung der Kirche und den Unterhalt des Pfarrers ist, konnte erbracht werden. So wurde den Lutheranern 1780 endlich die freie Glaubensausübung gestattet.
Kapstadt um 1870:  Holzschnitt von H.C. Brewer, 
rechts Mitte: Die St.Martini Kirche

Die Mission unter den Einheimischen begann bereits 1737. Ein Missionar der Herrnhuter Brüdergemeinde begann in Genadendal den "Hottentotten" das Evangelium zu predigen. Die Rheinische, Berliner und Hermannsburger Mission folgten im 19. Jahrhundert. Hieraus entstand die "Moravian Church" und die ELCSA. Die verschiedene Herkunft und Geschichte der lutherischen Kirchen erklärt ihre Gespaltenheit.

Der Kampf um die Gottesdienstfreiheit war beendet. Als erster Pfarrer für die Kapstädter Lutheraner hält der Holländer Lutgerus Kolver 1780 seine Antrittspredigt. Kurze Zeit später gründet sich die "Evangelisch-Lutherische Kirche Strandstraße" mit 400 Mitgliedern. Das Lagerhaus wird zur Kirche ausgebaut.
Weitere Gottesdienststationen außerhalb Kapstadts werden eingerichtet. In Wynberg und Stellenbosch werden sogar Kirchen errichtet. Die Außengemeinden können sich jedoch nicht lange halten; die Kirchen werden verkauft.

Zu einer Abspaltung kommt es im folgenden Jahrhundert. Pastor Stegmann tritt mit 129 Mitgliedern aus der Strandstraßengemeinde aus. Sie kaufen ein Grundstück in der Long Street für ein Gotteshaus. 1853 wird die St. Martini Kirche eingeweiht. Kurze Zeit später löst sich die Gemeinde jedoch wieder auf. So bleibt die Kirche unbenützt.

1958:  Aufnahme von Margarete Lompa
Auch Pastor Johann Parisius hat Schwierigkeiten mit seiner Strandstraßengemeinde und will nach Deutschland zurück. Gemeindemitglieder, die vergeblich eine stärkere Gewichtung der deutschen Sprache gefordert haben, können ihn jedoch zum Bleiben bewegen. 

Er erwirbt die leer stehende St. Martini Kirche und gründet mit 150 Lutheranern 1861 die "Deutsche Evangelisch-Lutherische St.Martini  Gemeinde". Seine Nachfolger, die Pastoren G.W. Wagener und C.H. Hahn müssen die deutschschprechenden Lutheraner in der ganzen Gegend mitversorgen. Erst nach und nach bilden sich die Gemeinden in Wynberg, Paarl, Philippi, Bellville und Stellenbosch als "Filial-gemeinden" von St. Martini heraus.

Auch die "Deutsche Internationale Schule Kapstadt" (1883) und das Friedrich- Schweizer Kinderheim (1922/1929) haben hier ihre Wurzeln. Die Deutsche Schule hieß früher/damals die DSMS - Deutsche St. Martini Schule bis 1961, als der Name zu DSK verändert wurde.

Weitgehend unabhängig existiert die Strandstraßengemeinde als älteste lutherische Gemeinde am Kap bis Ende der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts. Dann beginnt man sich zu öffnen und tritt schließlich 1992 der Kapkirche bei. Neben den Veranstaltungen in der Strandstraße finden außerdem noch jeden Sonntag englischsprachige Gottesdienste in Vasco und Wynberg statt.
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